Wie baue ich in die vor sich hin plänkelnde Konversation ein: „Ach ja, wann hat es eigentlich angefangen und wie lang ging es? Und wie oft habt Ihr Euch getroffen?“ So zwischen zwei Bissen in einen Apfel, oder in einer Werbepause? Beim Abtrocknen des Geschirrs? Abends im Bett, wenn wir uns gegenseitig müde quasseln?

Kennt Ihr diese Dinge, die Euch auf der Seele brennen, deren Dringlichkeit sich durch einfaches zur Sprache Bringen vermutlich verringern ließe? Aber ich sprech es trotzdem nicht an. Die Antwort wird in ihren Grunzügen ohnehin lauten, „Es hat nichts bedeutet“. Bin ich einfach nur naiv oder drängt sich da auch anderen die Frage auf, warum es dann überhaupt nötig war, es zu tun? Achselzucken als Antwort, immer nur ein vager Erklärungsversuch – aber vermutlich wäre es schlimmer, könnte er es erklären. Vermutlich wäre es schlimmer, wenn er sagen würde, „Mir hat was gefehlt“, „Sie hat mir was gegeben“, „Es war schön“. Vielleicht sagt er es auch einfach nur nicht, um mich nicht zu verletzen. Vielleicht vielleicht vielleicht. Es wäre leichter, würde ich fragen.

Ist der feste Vorsatz für heute Abend: fragen. Jetzt ist es leicht, mir das mahnend zu sagen, weil der Mann nicht hier ist, im Leichtathletikverein ein Probetraining macht und danach nach Hause verschwindet, während ich wohl erst mit der letzten Bahn ins traute Heim einkehren kann. Bin also gespannt, wie lange der Vorsatz hält. Ich habe da so eine Ahnung: bis zum „Nächster Halt: …straße“. Oder auch: bis zum Geräusch des sich im Schloss drehenden Schlüssels. Bis zur Begrüßung. Bis zum ins Bett Gehen.  Bis zum Einschlafen. Dann fehlt wieder der Mut.

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